Sebnitzer Schattenspiele | Sebnitz

Kunst und Kultur

Sie finden bei uns prächtige Schlösser und malerische Gärten, historische Baudenkmäler und architektonische Kleinode. Museen berichten über Geschichte, Kultur und Brauchtum, liebevoll restaurierte Umgebindehäuser sind Zeugnisse vergangener Zeiten. Wer sich nach quirligem Stadtleben sehnt, findet ganz in der Nähe Städte wie Dresden, Pirna, Bad Schandau oder Bautzen mit ihren Kultur- und Shopping-Angeboten.

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Sebnitzer Schattenspiele

Obwohl das Sebnitzer Schattenspiel in seiner Wirkung die bekannte Pyramide übertrifft, blieb es bis heute ein handwerkliches Kleinkunstwerk seiner Region und relativ unbekannt. Ausgangspunkt der Erfindung sind wahrscheinlich die historischen Sebnitzer Weihnachtskrippen - Häuser aus Papier mit einer Krippe und einer Kerze oder Öllampe im Inneren. Die Schatten der Krippe wurden an die Gehäusewand geworfen und waren von außen sichtbar. Die handwerklichen Fähigkeiten der Kunstblumenhersteller führten Anfang des 19. Jhd. zum Bau von Schattenspielen. Die Erbauer hatten Scherenschnitte aus Bilderbögen ausgeschnitten und auf Reifen geklebt, die sich in einem Gehäuse drehten. Die als Schatten an der Gehäusewand abgebildeten Figurenstreifen wurden dadurch zu kleinen, bewegten Bildszenen.

Bis zum Ende des 1. Weltkrieg gab es in Sebnitz und den umliegenden Dörfern einen regelrechten Boom von Schattenspielen. Maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung der Schattenspiele hatte der Sebnitzer Scherenschnittkünstler Adolf Tannert (1839-1913). Er selbst baute keine Schattenspiele, lieferte jedoch die bekanntesten Szenen für sie. Das erste datierte Schattenspiel mit Scherenschnitten von Tannert stammt aus dem Jahr 1856. Nach Tannerts Tod 1913 und der durch den Krieg entstandenen Not wurden nur noch selten Schattenspiele gefertigt.

Der alten Tradition angenommen hat sich der Sebnitzer Hansjörg Hertwig. Seit 1979 beschäftigt er sich mit dem Bau und der Weiterentwicklung von Sebnitzer Schattenspielen. In seiner Firma fertigt er Unikate oder limitierte Stückzahlen, aber auch mit Reparatur,  Elektrifizierung oder Restaurierung alter Schattenspiele können Sie sich nach Sebnitz wenden.

Das große Schattenspiel auf dem Sebnitzer Marktplatz entstand im Jahr 1986. Ursprünglich sollte eine Pyramide für den Weihnachtsmarkt entstehen, aber der beauftragte Zimmerer- und Tischlermeister Günter Dittrich entschied sich für etwas Sebnitz-Typisches. Gemeinsam mit dem Schmied Armin Richter und weiteren Handwerkern erbaute er in mühevoller Kleinarbeit das 4,60 m hohe und 3,10 m breite Schattenspiel aus Stahl, Holz, Kunstleder und weiteren Materialien. Seitdem ziert das einmalige Schmuckstück jedes Jahr den Marktplatz und wird zur "Sebnitzer Tannert-Weihnacht" durch weitere Elemente mit Motiven Adolf Tannerts ergänzt.

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Kontakt

Dipl.-Ing. Hansjörg Hertwig
Siedlung 7
01855 Sebnitz
Tel. 035971 809587