Heimatstunde - Der dokumentierende Bürger. Alfred Meiche (1870-1947). Ein Leben zwischen Forschung und Familie.
Kategorie: Vortrag
Beschreibung
Alfred Meiche (1870–1947) wuchs im Haus seiner Eltern auf, die in Sebnitz die Kunstblumenproduktion zur Weltmarktreife brachten. Statt das Gewerbe fortzuführen, wurde er Privatgelehrter: Sprachforscher, Volkskundler, Regionalhistoriker – und 1908 Chronist des väterlichen Handwerks. In seiner Arbeit „Die Anfänge der Kunstblumenindustrie“ erhob er das Können seines Vaters Louis zum wissenschaftlichen Gegenstand. Dreißig Jahre widmete Meiche dem Historischen Ortsverzeichnis des Königreichs Sachsen – rund 100.000 Exzerpte, ohne feste Anstellung, ohne institutionellen Rückhalt. 1909 erhielt er den Professorentitel für seine außergewöhnliche Arbeit. Seine Forschungen zu den deutsch-slawischen Kulturbeziehungen wurden nach 1933 als politisch unerwünscht diskreditiert; dennoch forschte er weiter.
Der Vortrag liest Vater und Sohn als zwei Spielarten derselben bürgerlichen Haltung: Handwerk und Wissenschaft als parallele Formen von Können, Geduld und Hingabe an eine Sache, die größer ist als das eigene Leben.
„Wenn sich heute die Sächsische Schweiz rühmen kann, zu den wohl am gründlichsten erforschten Landschaften Deutschlands zu zählen, dann ist das vor allem dem Wirken des Heimatforschers Prof. Dr. Alfred Meiche zu danken.“
Stefan Auert-Watzik
Preise:
Eintritt frei
Zeitraum der Veranstaltung
Mi, 08.07.2026, 17:00 bis ca. 18:00 Uhr
Veranstaltungsort
Die Veranstaltung findet beim Veranstalter statt.
Angaben zum Veranstalter
Städtische Sammlungen Sebnitz
Hertigswalder Str. 12-14
01855 Sebnitz
Telefon: 035971 80730
E-Mail: museum@sebnitz.de
Internet: http://https://www.staedtische-sammlungen-sebnitz.de

